Folgen des Tabakkonsums
(auszugsweise zitiert nach: Deutsches Krebsforschungszentrum, Bundesärztekammer [Hrsg.] Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten - Ärzte in Prävention und Therapie der Tabakabhängigkeit. Berlin und Heidelberg 2005)
Kernaussagen
In Deutschland sterben mehr Menschen an den Folgen des Tabakkonsums als durch Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, AIDS, Morde und Selbstmorde, zusammen – dies sind 110.000 bis 140.000 Todesopfer jährlich. Rauchen stellt das größte einzelne vermeidbare Gesundheitsrisiko für eine Vielzahl schwerwiegender Krankheiten dar.
Rauchen schädigt nahezu jedes menschliche Organ und verursacht eine Vielzahl von Krankheiten. Zwischen dem Rauchen und den in Tabelle 1 dargestellten Krankheiten, Beschwerdebildern und Todesursachen ist ein kausaler Zusammenhang belegt.
Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher verstirbt vorzeitig an den Folgen ihres Tabakkonsums. Die Hälfte dieser vorzeitigen tabakbedingten Todesfälle tritt bereits im mittleren Lebensalter zwischen 35 und 69 Jahren auf. Nur 58 % der Raucher erreichen das 70. Lebensjahr und sogar nur 26 % das 80. Lebensjahr, im Vergleich zu 81 % bzw. 59 % der Nichtraucher.
Mehr als 20 % aller Krebserkrankungen werden in Deutschland auf das Rauchen zurückgeführt. Insbesondere die Entwicklung von Lungenkrebs ist durch den Tabakkonsum bedingt, bis zu 90 % aller Lungenkrebsfälle bei Männern (jährlich 28.600 tabakassoziierte Neuerkrankungen) und 60 % bei Frauen (jährlich 6.200 tabakassoziierte Neuerkrankungen) sind in Deutschland auf das aktive Rauchen zurückzuführen. Der Tabakkonsum ist außerdem ein Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislaufkrankheiten und periphere arterielle Durchblutungsstörungen.
Dies ist unter anderem auf eine veränderte Blutgerinnung, die frühzeitige Entwicklung von Arteriosklerose sowie eine erhöhte Herzfrequenz und erhöhten Blutdruck bei Rauchern zurückzuführen. Raucher haben ein etwa 2- bis 4-fach höheres Risiko, an einer Herz-Kreislaufkrankheit zu erkranken, als Nichtraucher.
Tabelle 1: Tabakrauchverursachte Krankheitsbilder. Quellen: International Agency for Research on Cancer, 200489, US Department of Health and Human Services, 2004155
Außerdem ist der Tabakkonsum die bedeutendste Ursache für die Entwicklung chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen. Mehr als 60% der Todesfälle in Industrieländern, die auf diese Krankheit zurückzuführen sind, werden durch das Rauchen verursacht. Tabakrauch beeinträchtigt die Atemwege durch Lähmung und Zerstörung der Flimmerhärchen, die Zunahme der Schleimdrüsen in den Hauptbronchien, Entzündungen und Veränderungen des Lungengewebes und Verdickung der Bronchialmuskulatur. Nach Angaben der US-amerikanischen Cancer Prevention Study versterben weibliche Raucher etwa 13-mal häufiger an chronischen Lungenkrankheiten als Nichtraucher, männliche Raucher etwa 12-mal häufiger.
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